2540-2520 v.Chr.
Auch wenn ich wieder in Essen lebe, habe ich ja noch einige spannenden Geschichten aus Karlsruhe vorbereitet und hier ist eine davon:
Im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe werden auch Reliefs aus dem Grab des Pyramidenvorstehers Il-Nefret gezeigt. Diese kunstvollen Darstellungen gewähren einen faszinierenden Einblick in den Alltag des Alten Ägypten – denn Gräber sind auch oft Spiegel des Lebens. Die Reliefs, die ursprünglich die Wände des Grabes schmückten, erzählen von den Aufgaben und der Bedeutung des Pyramidenvorstehers und zeugen neben den religiösen und kulturellen Praktiken vor allem vom Alltag und den kulinarischen Vorlieben Il-Nefrets.
Essen wie
Il-Nefret: Eine kulinarische Zeitreise ins Alte Ägypten
Hast du dich jemals gefragt, was die alten Ägypter so alles auf ihrem Tisch hatten? Die Antwort ist vielleicht spannender, als du denkst! Im alten Ägypten entstand eine der ersten gehobenen Küchen der Welt – und Il-Nefret war mit Sicherheit ein Feinschmecker. Also, lass uns auf eine kulinarische Reise in die Vergangenheit gehen und entdecken, wie Il-Nefret und seine Zeitgenossen gegessen haben.
Ägyptens kulinarisches Erbe: Viel mehr als nur Getreide
Ägypten – das Land der Pharaonen und Pyramiden – war nicht nur für seine beeindruckende Kultur berühmt, sondern auch für seine Küche. Der Nil, als „Lebensader“ des Landes, sorgte dafür, dass das Land reich an fruchtbarem Boden war. Während viele andere alte Kulturen mit landwirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen hatten, konnte Ägypten über Jahrtausende hinweg stabile Ernten einfahren, was eine Vielfalt an Lebensmitteln ermöglichte. Im Zentrum der ägyptischen Ernährung standen vor allem Getreide wie Weizen und Emmer – sie bildeten die Grundlage für Brot und Bier. Ja, du hast richtig gehört – Bier war damals das Getränk der Wahl, und das nicht nur für Erwachsene! Sogar Kinder tranken es.
Die ägyptische Küche: Gut essen, gut leben
Wenn du dir das Essen im alten Ägypten vorstellst, denk an kräftige Eintöpfe, frisches Gemüse, Fleisch und Fisch – und das alles oft mit einer guten Portion Gewürzen. In der ägyptischen Gesellschaft gab es natürlich Unterschiede: Die Reichen genossen luxuriöse Mahlzeiten mit einer breiten Auswahl an Fleisch, exotischen Gewürzen und feinsten Früchten, während die ärmeren Menschen eher auf einfache Gerichte wie Getreidebrei und Gemüse angewiesen waren. Doch eines war allen gemeinsam: Ihre Liebe zu gutem Essen!
Die „Eliten“ – also der Pharao, Priester und Beamte – hatten nicht nur den Zugang zu den besten Zutaten, sondern auch zu den besten Köchen. So entstand eine Art „gehobene Küche“ und sogar die erste Ernährungsberatung der Welt. Der Pharao, wie auch seine Gefolgsleute, wollten nicht nur gut leben, sondern sich auch gut ernähren. Für die Ägypter war Essen ein zentraler Bestandteil ihrer Kultur. Es wurde nicht nur gegessen, um den Hunger zu stillen, sondern auch als gesellschaftliches Ereignis gefeiert.
Il-Nefret: Der Mann hinter der Mykerinos Pyramide
Stellt euch vor, ihr seid im Alten Ägypten und trefft einen Mann namens Il-Nefret. Klingt nicht nach viel? Wartet ab! Dieser Herr war nichts Geringeres als der Vorsteher der Pyramide des Mykerinos – quasi der antike Facility Manager eines der berühmtesten Bauwerke der Welt!
Il-Nefret lebte während der 4. Dynastie des Alten Reiches, als Pharao Mykerinos (auch bekannt als Menkaure) von etwa 2488 bis 2470 v. Chr. regierte. Aber unser Il-Nefret war nicht nur ein einfacher Pyramidenaufseher. Oh nein, er war ein echtes Multitalent seiner Zeit!
In der Finanzabteilung eines der Stiftungsgüter des Pharaos jonglierte er mit Zahlen, als Richter sorgte er für Recht und Ordnung, und als Priester und Aufseher der Priester hielt er die Götter bei Laune. Man könnte sagen, Ii-Nefret war der ägyptische Jack-of-all-trades!
Und als wäre das nicht genug, schmückte sich Il-Nefret mit Ehrentiteln wie „Ehrwürdiger bei seinem Herrn“ und „Bekannter des Königs“. Stellt euch vor, wie er auf antiken Cocktailpartys damit angegeben hat!
Auch wenn wir nicht wissen, wann genau Ii-Nefret geboren wurde oder starb, können wir sicher sein: Dieser Mann hat in seinem Leben mehr erreicht als die meisten von uns in zehn Leben schaffen würden. Vielleicht sollten wir alle ein bisschen mehr wie Ii-Nefret sein – multitaskingfähig, respektiert und immer mit einem Auge auf die Ewigkeit! Aber wie seine Reliefs zeigen, war er hauptsächlich von einem Thema: verdammt gutes Essen!
Der Handel florierte zu seiner Zeit, und so wurden exotische Zutaten aus Kreta, dem Osten und sogar aus dem fernen Indien nach Ägypten gebracht. Besonders beliebt war der Wein aus Kreta, aber auch Olivenöl und viele Gewürze fanden ihren Weg auf den königlichen Tisch. Mykerinos (Der Typ mit der Pyramide und sein Boss.) selbst soll gerne großzügige Bankette veranstaltet haben, bei denen nicht nur die Geschmäcker verwöhnt wurden, sondern auch der Wohlstand des Landes zur Schau gestellt wurde. Wahrscheinlich hat der Vorsteher auch solche Feste veranstaltet.
Was aßen die Ägypter wirklich?
Das tägliche Essen der Ägypter war vielfältig, aber eher einfach, wenn man vom Adel absieht. Ein typisches Gericht bestand oft aus einer Suppe oder einem Eintopf, der mit frischem Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten, kleinen Fischen oder auch Lamm und Huhn zubereitet wurde. Fleisch war für die meisten Menschen ein Luxus, aber der Adel genoss es regelmäßig. Und auch der Genuss von Obst und frischen Salaten war weit verbreitet. Typische Gewürze waren Kreuzkümmel, Koriander, Dill, Minze und natürlich Knoblauch – viele der Aromen, die auch heute noch in der mediterranen Küche zu finden sind. Besonders beliebt war auch der Zitronensaft, der in vielen Gerichten verwendet wurde, um einen frischen, säuerlichen Akzent zu setzen.
Es gab keine strengen Essensvorschriften wie in anderen Kulturen, doch die Priester hatten gewisse Einschränkungen. So mussten sie zum Beispiel während bestimmter religiöser Feste auf Fleisch verzichten. Ansonsten war die ägyptische Küche ziemlich frei und variantenreich – und das Essen war oft auch eine religiöse Zeremonie. Mahlzeiten wurden mit Gebeten und Opfergaben an die Götter abgeschlossen.
li-Nefret´s Festmahl: Ein einfaches Rezept
Jetzt, wo du einiges über die kulinarische Welt von Il-Nefret und seinen Zeitgenossen weißt, wollen wir uns ein Stück weit in die Küche des alten Ägypten begeben! Wie wäre es, mit einer Malokhia-Suppe, einem der beliebtesten Gerichte der Ägypter? Dieses Gericht, das in vielen Grabmalereien zu finden ist, ist bis heute ein Klassiker in der arabischen Küche.
Rezept für Malokhia-Suppe (für 6 Personen)
Zutaten:
– 500 gr Lamm, Huhn oder Ente, gewürfelt
– 2 Zwiebeln, fein gewürfelt
– 3 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
– 100 g Malokhia-Blätter (oder frischer Spinat)
– 6 weitere Knoblauchzehen
– 2 Esslöffel Olivenöl
– 2 Teelöffel Koriander
– Salz und Pfeffer nach Belieben
– ½ Teelöffel Chili oder Cayennepfeffer (optional)
– 1800 ml Wasser
– 150 g Emmer oder Reis
– 3 Zwiebeln (in Ringen geschnitten)
– Frischer Koriander und frisch gepresster Zitronensaft zum Anrichten
Zubereitung:
1. Das Fleisch mit Pfeffer, Salz und Knoblauch in einem großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. 2 Stunden köcheln lassen und dabei regelmäßig den Schaum abschöpfen.
2. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln anbraten, bis sie goldbraun sind. Koriander und restlichen Knoblauch hinzufügen und kurz weiterbraten.
3. Die Malokhia-Blätter (oder Spinat) zum Fleisch geben und für weitere 30 Minuten köcheln lassen.
4. Emmer oder Reis hinzufügen und weiterkochen, bis das Getreide weich ist.
5. Die Suppe in Schalen anrichten und mit Zwiebelringen, frischem Koriander und Zitronensaft garnieren.
Et voilà – ein Stück Ägypten auf deinem Tisch!
Fazit: Die kulinarische Schatzkammer des Alten Ägypten
Die Küche im alten Ägypten war nicht nur funktional, sondern auch ein wahrer Genuss. Sie vereinte Einfachheit mit Raffinesse und wurde von den Ägyptern nicht nur als Nahrungsaufnahme verstanden, sondern als ein wichtiges kulturelles Ereignis. Die Liebe zum Essen, die cleveren Kombinationen von Zutaten und Gewürzen sowie der Einfluss von Handel und Kultur machten die ägyptische Küche zu einer der fortschrittlichsten ihrer Zeit. Und auch heute noch ist sie ein faszinierendes Erbe, das wir mit jeder Mahlzeit ein kleines Stück näher kennenlernen können. Also, warum nicht mal ein „Il-Nefret“-Festmahl mit Freunden oder Familie veranstalten? Bon appétit – oder wie die Ägypter sagten: *Besaht!