Mittelalter Keramik

Okay, ich gebe es zu: ich habe gemogelt. Das Bild zeigt keine frühmittelalterliche Keramik, aber hier soll es um frühmittelalterliche Küche gehen. Nach dem Umzug greife ich trotzdem erstmal auf die Bilder aus dem BLM zurück. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir 🙂

Das Bild zeigt hoch- und spätmittelalterliche Keramik, darum erzähle ich auch kurz etwas darüber: Die frühmittelalterliche Keramik in Deutschland bietet faszinierende Einblicke in die Handwerkskunst und Alltagskultur unserer Vorfahren. Besonders im Rheinland entwickelten sich bedeutende Töpfereizentren, die eine Vielfalt an Irdenware und später auch Steinzeug herstellten. Charakteristische Formen wie die helltonige, rot bemalte Pingsdorfer Keramik oder das Siegburger Steinzeug prägten die Produktion ab dem 10. Jahrhundert. Diese rheinische Keramik fand nicht nur in ganz Europa Verbreitung, sondern gelangte durch Handel sogar bis nach Nord- und Mittelamerika, Australien und Südostasien.

Aber nun zum eigentlichen Thema Frühmittelalter: Die frühmittelalterliche Keramik in Deutschland bietet faszinierende Einblicke in die Handwerkskunst und Alltagskultur unserer Vorfahren vom 5. bis 10. Jahrhundert. Besonders im Rheinland entwickelten sich bedeutende Töpfereizentren, die eine Vielfalt an Irdenware herstellten. Charakteristische Formen wie die Badorfer Keramik, die ab etwa 700 n. Chr. produziert wurde, oder die etwas später entstandene Walberberger Ware prägten die frühmittelalterliche Produktion. Diese frühen rheinischen Keramikarten waren wichtige Vorläufer der späteren, weitverbreiteten hochmittelalterlichen Waren wie der Pingsdorfer Keramik.

Essen wie Karl der Große: Eine kulinarische Zeitreise ins Frühmittelalter

Stell dir vor, du reist zurück in die Zeit Karls des Großen. Was würde auf deinem Teller landen? Vergiss Pasta, Tomaten und Kartoffeln – wir tauchen ein in eine Welt voller überraschender Geschmäcker und rustikaler Genüsse!

Das Frühmittelalter: Zurück zu den Wurzeln

Nach dem Fall Roms im Jahr 476 n.Chr. verschwanden viele kulinarische Errungenschaften der Antike. Die Städte leerten sich, Hygiene wurde zum Fremdwort, und der Speiseplan schrumpfte drastisch. Statt Wein gab’s wieder Bier, und die feinen römischen Kräuter? Vergessen!

Karl der Große: Ein kulinarischer Revolutionär wider Willen

Doch dann kam Karl der Große (747-814 n.Chr.) – ein Mann, der weder lesen noch schreiben konnte, aber dennoch die Esskultur revolutionierte. Warum? Aus purem Egoismus! Als reisender König wollte er überall gut speisen. Seine Klosterreform sorgte dafür, dass Mönche antike Texte kopierten – darunter auch Kochbücher.

Wildes Treiben auf dem Teller

Die Germanen liebten es wild! Hauptsächlich gab es Schwein, Rind und Wildbret. Das Fleisch wurde meist gegrillt oder gebraten und in einen Honig-Senf-Dip getunkt. Simpel, aber lecker! Und wer brauchte schon einen Herd? Man grillte einfach draußen.

Bier, Met und Trinkwettkämpfe**

Vergiss Cocktailpartys – im Frühmittelalter waren Trinkwettkämpfe angesagt! Man trank aus Hörnern, die man nicht abstellen konnte. Prost oder Frust, es hieß: Alles oder nichts! Bier war nicht nur Genussmittel, sondern wurde auch den Göttern geopfert. Wer’s alkoholfrei mochte, griff zur Sauermilch.

Klöster: Die Feinschmecker-Oasen

Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches verschwanden auch zahlreiche verdammt leckere Lebensmittel aus Mitteleuropa und kulinarisch sah es eher düster aus. Jedoch entwickelten sich die Klöster dank der Klosterreform Karls des Großen zu wahren Gourmet-Inseln. Diese Reform war ein kulinarischer Wendepunkt im Frühmittelalter. Karl ordnete an, dass Klöster Kräuter, Gemüse und Obst anbauen sollten, die seit Jahrhunderten in Vergessenheit geraten waren.

Plötzlich wuchsen in den Klostergärten wieder Wein, Öl und sogar römische Kräuter. Die Mönche wurden zu Hütern des kulinarischen Wissens, indem sie antike Texte kopierten – darunter auch Kochbücher. So bewahrten sie nicht nur spirituelles, sondern auch gastronomisches Wissen für die Nachwelt

Diese Vielfalt an Zutaten machte die Klosterküchen zu Orten der Innovation und des Genusses. Kein Wunder, dass die Mönche immer so fröhlich waren! Die Klosterreform legte den Grundstein für eine kulinarische Renaissance, die sich langsam, aber sicher über das ganze Land ausbreitete.

Karl’s Gicht: Ein königliches Dilemma

Im Alter bekam Karl Gicht – Schluss mit gegrilltem Fleisch! Fortan gab es nur noch Gekochtes, Getreidebrei und Eintöpfe. Kein Wunder, dass er seine Ärzte nicht besonders mochte.

Kochen wie im Mittelalter: Das Rezept zum Objekt

Wolltest du schon immer mal wie Karl der Große speisen? Hier sind ein paar Rezepte für Abenteuerlustige:

  1. Krautsalat
    1 Kopf Weißkohl

Öl
Essig
Salz, Pfeffer, Wacholder, Kümmel

Weißkohl in feine Streifen schneiden
Weißkohl mit Salz in einer Schüssel kräftig durchkneten

Mit den restlichen Zutaten abschmecken (Pfeffer und Öl sind nicht mittelalterlich)

Mind. 1 Stunde ziehen lassen

  • Kochschinken mit Honig-Senf Dip

Schweineschulter 1000g
Honig
Senf

Die Schulter im Topf mit gesalzenem Wasser bedecken
45 min. kochen lassen, Schulter rausnehmen und aufschneiden
Das Wasser für Den Eintopf verwenden

Honig-Senf Dip herstellen

  • Grüne Bohnen Eintopf

Grüne Bohnen
1 Sellerieknolle
2 Zwiebeln
5 Möhren
Bohnenkraut, Salz

Das kleingeschnittene Gemüse zur Brühe geben hinzugeben
Die Bohnen hinzu
etwa 30 Minuten köcheln lassen
Abschmecken

  • Blamanger (eigentlich Hochmittelalte, trotzdem lecker)

1 Liter Milch
300g Mandeln

Mandeln und Milch in einen Hochleistungsmixer geben
Durch ein Küchentuch filtern

2-3 Hühnerbrüste (600g-700g)
70g Mehl
120g Butter oder Schmalz
150g Schafs- Ziegen- oder Blauschimmelkäse
170g Spargel (Spargelwasser auch verwenden!)
10g Veilchenblüten
250g Zucker (sic.!)

Hühnerbrust in der Mandelmilch 20 min. kochen, Fleisch herausnehmen, Würfeln
Mehlschwitze herstellen und dazugeben
Butter dazugeben
kleingeschnittenes Huhn und Käse dazugeben
Mit Salz abschmecken

  • Semmelknödel

6 Brötchen x 60g = 360g
3 Eier
225ml Milch
1 gr. Zwiebel
3 EL Butter
1,5 TL Salz
Petersilie
Semmelbrösel

Brötchen würfeln und salzen
Zwiebel fein würfeln und in Butter anschwitzen
Petersilie dazu
Milch dazu, aber nicht aufkochen
Brotwürfel dazu. Hitze aus. 10 Minuten ziehen lassen.
(Großen Topf mit Salzwasser aufsetzen.)
Eier verquirlen und zur Masse dazu.
Abschmecken
Knödel formen (Wenn zu weich: Semmelbrösel dazu, wenn zu fest: Milch)

Wasser zum Kochen bringen, Knödel hinein
Sofort Temperatur reduzieren, Wasser soll nur heiß sein
20 Minuten ziehen lassen

  • Dessert: Pfannkuchen mit Rosinen und Apfelmus

300 gr. Mehl type 405
500 ml Vollmilch
6 Eier
2 EL Mineralwasser
(Zucker nach Belieben)
Prise Salz
Öl oder Butter zum Anbraten

Mehl und Milch zu einer geschmeidigen Massen ohne Klumpen verrühren
Eier, Wasser und Salz dazu. Zu glattem Teig verrühren.
10-30 Minuten ruhen lassen

1 Suppenkelle bis zum Rand füllen für eine Standartpfanne (26 cm DM)
Anfangs reicht ein TL ÖL zum braten

Wage den Sprung in die Vergangenheit und koche wie Karl der Große! Wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei dein inneres Mittelalter-Ich. Und denk daran: Im Notfall gibt’s immer noch Bier!

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