Wie haben die Kelten gegessen?

Keltisch Schlemmen mit Asterix und Obelix: Ein kulinarisches Abenteuer bei den Galliern

Beim Teutates! Habt ihr euch schon mal gefragt, was unsere unbeugsamen gallischen Helden eigentlich den lieben langen Tag so in sich hineinstopfen? Natürlich, außer den obligatorischen Wildschweinbraten? Lasst uns gemeinsam einen Blick in die Kochtöpfe von Asterix, Obelix und Co. werfen und ein keltisches Festmahl zaubern, das selbst den verwöhntesten römischen Gaumen zum Jubeln bringen würde!

Von Quellen und Kesseln: Wie wir die keltische Küche kennen

Leider haben unsere keltischen Vorfahren ihre Rezepte nicht aufgeschrieben – vielleicht weil sie zu beschäftigt damit waren, Römer zu verkloppen? Zum Glück haben wir aber ein paar neugierige Griechen und Römer, die uns einen Einblick in die Essgewohnheiten der „Barbaren“ geben.

Stellt euch vor: Niedrige Holztische, mit Heu gepolsterte Sitze und Fleisch, das in Wasser schwimmt oder über offenem Feuer brutzelt. Klingt das nicht nach einem gemütlichen Abend bei Majestix? Und wie die Kelten ihr Fleisch essen – ganze Stücke mit beiden Händen! Obelix wäre stolz.

Archäologie zum Anbeißen: Was die Bodenfunde verraten

Aber halt! Bevor wir uns nur auf die manchmal etwas voreingenommenen Berichte der Römer verlassen, schauen wir lieber, was die Archäologen so ausgebuddelt haben. Keramik, Feuerstellen, Tierknochen und sogar Pflanzensamen geben uns einen Einblick in die keltischen Kochtöpfe. So wissen wir, dass die Kelten Muscheln, Fisch, Öl und Wein aus Italien importierten. Vor Ort bauten sie Dinkel, Gerste, Hirse, Linsen, Erbsen, Sellerie, Petersilie, Dill, Möhre, Rote Bete, Zwiebeln, Lauch, Kohl, Gurke an. Sie betrieben Ackerbau, Viehzucht und jagten, wobei Wildfleisch keine große Rolle spielte (abgesehen vom Wildschwein). Es gab definitiv Brot, denn es wurden sehr viele Handmühlen gefunden. Folgende Tierknochen wurden auf der Heuneburg gefunden: 31% Rind, 31% Schaf/Ziege, 28% Schwein, 5% Wild, 3,5% Hund (!) und nur 0,8% Huhn – Eierspeisen waren also nicht sehr beliebt.

Und wisst ihr was? Die Kelten hatten eine Vielzahl an Keramikformen. Das schreit doch förmlich nach einer differenzierten Kochkultur! Vielleicht war Miraculix ja in Wirklichkeit ein verkannter Meisterkoch?

Von Fürstensitzen und Oppida: Der keltische Feinschmecker

Stellt euch vor, ihr wärt zu Gast beim Keltenfürsten von Hochdorf. Kein billiges Plastikgeschirr hier – nein, ihr esst von Bronzetellern und trinkt aus Trinkhörnern! Und der Gastgeber? Der liegt entspannt auf seiner griechischen Kline und nippt an seinem 400-Liter-Kessel voll Honigwein. Prost!

Der mysteriöse Zaubertrank: Mehr als nur ein Comic-Gag?

Apropos Kessel – was ist eigentlich dran an Miraculix‘ berühmtem Zaubertrank? Tatsächlich berichten römische und griechische Quellen von einem keltischen Zaubertrank. Vielleicht war es ja hochprozentiger Whiskey? Das würde zumindest erklären, warum die Gallier immer so furchtlos in die Schlacht ziehen! Na, ja. Eine schöne Idee, aber die Destillation wurde erst im 11. Jh. erfunden. Der „Zaubertrank“ hingegen war wohl eher Met oder Bier. Die Kelten waren nämlich wahre Meister des Bierbrauens und nutzten dafür hauptsächlich Gerste.

Asterix und die historische Wahrheit: Näher dran als man denkt!

Überraschung! Die Zeichner von Asterix haben ihre Hausaufgaben gemacht. Kleidung, Schmuck, Waffen – alles ziemlich akkurat dargestellt. Sogar Vercingetorix gab es wirklich! Nur dass er leider nicht ganz so erfolgreich war wie unser kleines gallisches Dorf.

Jetzt wird’s lecker: Das Rezept zum Objekt

Genug der Theorie, lasst uns kochen! Hier unser keltischer Warenkorb. Denn heute machen wir es anders als sonst, denn es gibt kein Rezept von mir, sondern nur einen Warenkorb – jetzt ist Eure Kreativität gefragt 😊

– Getreide: Dinkel, Gerste, Hirse, Linsen, Erbsen, Graupen

– Gemüse: Sellerie, Möhre, Rote Bete, Zwiebel, Lauch, Kohl, Gurke, Obst, Kastanien, Pilze

– Kräuter: Petersilie, Dill

– Tierisches: Rind, Schwein, Schaf, Milch, Fisch, Muscheln

– Zum Würzen: Salz und Honig

– Getränke: Wein, Bier, Met

Wie wäre es mit Dinkelbrot als Beilage, gefolgt von einem saftigen Schweinebraten (erst gekocht, dann gegrillt!), Bier-Schweinefleisch-Gulasch, Miesmuscheln mit Weintrauben oder Carpaccio vom Steinpilz? Und zum Nachtisch vielleicht ein Honig-Dinkel-Kuchen?

Also, schnappt euch eure Kochlöffel und auf in die keltische Küche! Und denkt dran: Wer nicht kocht, muss den Barden anhören. Na dann, guten Appetit – oder wie die Gallier sagen würden: „Beim Teutates, haut rein!“

Foto: Gondwana Collection Namibia

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